Prävention: Jod-Tabletten bei Reaktorunfällen
Hochdosierte Jodtabletten werden im Falle einer Kontaminierung der Umwelt mit radioaktivem Jod eingenommen, um den Körper vor diesem schädlichen Jod zu schützen. Die Präsidentin der Bundesapothekerkammer, Erika Fink, rät von der Einnahme von Jodtabletten auf eigene Faust ausdrücklich ab. Für die Blockade der Aufnahme radioaktiven Jods reicht im Regelfall eine einmalige Einnahme von Kaliumiodid als Notfallmedikament ("Jodblockade").
(Quelle: LAV BW).
Bei einem Reaktorunfall entstehen radioaktive Jod-Isotope wie Jod-131, Jod-132 und Jod-133. Diese kann der Körper ebenfalls speichern und in körpereigene Botenstoffe (Hormone) einbauen. Um das zu verhindern, nutzt man die Eigenschaft des Körpers, Jod "auf Vorrat" zu halten und gibt ihm eine hohe Dosis Kaliumiodid. Hiermit ist er auf Wochen vor der Aufnahme weiteren Jods geschützt.
Informatives rund um das Thema Jod-Einnahme und Strahlung finden Sie auch in dieser Informationsbroschüre des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit:Informationsbroschüre.
Übrigens:Deutschland hat in 8 über das Land verteilte Depots ca. 137 Millionen Dosen vorrätig, die im Bedarfsfall innert kürzester Zeit verteilt werden können.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen in der Flößerapotheke gerne zur Verfügung!
Hintergrundinformationen
Der menschliche Organismus nimmt Jod aus der Nahrung auf und speichert es in der Schilddrüse. Er benötigt es für die Produktion der Schilddrüsenhormone. Eine Unterscheidung zwischen dem natürlichen, ungefährlichen Jod und dem radioaktiven Jod macht er dabei nicht.Bei einem Reaktorunfall entstehen radioaktive Jod-Isotope wie Jod-131, Jod-132 und Jod-133. Diese kann der Körper ebenfalls speichern und in körpereigene Botenstoffe (Hormone) einbauen. Um das zu verhindern, nutzt man die Eigenschaft des Körpers, Jod "auf Vorrat" zu halten und gibt ihm eine hohe Dosis Kaliumiodid. Hiermit ist er auf Wochen vor der Aufnahme weiteren Jods geschützt.
Warum ist eine Einnahme bei der aktuellen Reaktorkatastrophe in Fukushima, Japan, derzeit nicht notwendig?
Hier kommt eine "angenehme" Eigenschaft der gefährlichen Jod-Isotope Jod-131, Jod-132 und Jod-133 ins Spiel: Ihre sehr kurze Halbwertszeit. Diese beträgt bei Iod-131 8 Tage, bei Iod-133 nur 20 Stunden und bei Iod-132 sogar nur knapp 2 Stunden. Sollten also größere Mengen radioaktiven Jods in Fukushima in die Atmosphäre gelangen, ist es bei der derzeigen Wetterlage also längst in unschädliche Bestandteile zerfallen, wenn es in Europa ankommt.Warum sollte man nicht auf eigene Faust hochdosiertes Jod einnehmen?
Bei der sogenannten "Jodblockade" durch hochdosierte Jodtabletten ist der Schaden bei unnötiger Einnahme oft höher als der Nutzen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Bronchitis, Jodakne sowie (selten) eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion. Daher sollten derartige Tabletten nur dann angewendet werden, wenn eine durch die Landesbehörden gegebene Anweisung die Notwendigkeit der Einnahme bestätigt.Wer entscheidet, ob Jodtabletten angewendet werden sollen?
Die Entscheidung darüber liegt beim Katastrophenschutz der Bundesländer.Informatives rund um das Thema Jod-Einnahme und Strahlung finden Sie auch in dieser Informationsbroschüre des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit:Informationsbroschüre.
Übrigens:Deutschland hat in 8 über das Land verteilte Depots ca. 137 Millionen Dosen vorrätig, die im Bedarfsfall innert kürzester Zeit verteilt werden können.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen in der Flößerapotheke gerne zur Verfügung!
