Wie bitte???
Januar 26th, 2012
Da war meine Kollegin doch baff, als ein Kunde reinkam, ihr ein Privatrezept vor die Nase hielt und direkt fragte:
Kann man das auch im Internet bestellen?
…
Da war meine Kollegin doch baff, als ein Kunde reinkam, ihr ein Privatrezept vor die Nase hielt und direkt fragte:
Kann man das auch im Internet bestellen?
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Bei uns stand neulich ein Präparat auf dem Abholbrett. Tagelang. Wochenlang. Nicht, dass wir da nicht ein Auge drauf haben und (wenn möglich), den Kunden anrufen, um ihn zu erinnern. Manchmal kommt der Kunde dann umgehend – es kommt eben doch mal vor, dass man vergisst, das man in der Apotheke ein Medikament bestellt hat. Kommt zum Beispiel vor bei regelmäßig eingenommenen Medikamenten, aber auch schon mal bei einem Antibiotikum. Wobei gerade bei Antibiotikas unser Augenmerk darauf liegt, den Kunden möglichst sofort zu versorgen – aber es gibt durchaus Fälle, wo er es nicht sofort braucht. Zum Beispiel, wenn es vom Arzt “auf Reserve” verordnet wird… was durchaus schon mal vorkommt. Und wenn es dem Kunden dann wieder gut geht – wird an das bestellte Medikament in der Apotheke einfach nicht mehr gedacht.
Zurück zum Thema: Dieser Kunde kam einfach nicht – irgendwann nach etwa zwei Wochen dann aber endlich doch. Und erinnerte sich, dass er da doch mal vor Wochen ein Rezept abgegeben habe, bei dem ihm noch etwas fehle…
Bei dem Präparat handelte es sich um Folsäure. Und der Kunde bekam seit einigen Wochen Methotrexat im Rahmen der Rheumatherapie. Methotrexat ist ein Mittel, dass im menschlichen Organismus die Produktion von Folsäure (Vitamin B9) verhindert, in dem es das dafür verantwortliche Enzym Dihydrofolat-Reduktase (DHFR) hemmt. Folsäure wiederum wird für die Zellteilung und im Aminosäurenstoffwechsel gebraucht. Sinn der Hemmung ist die Unterdrückung der Zellteilung – somit werden sich schnell teilende Zellen, unter anderem die des Immunsystems, nicht mehr vermehren. Und da einige Formen des Rheumas Autoimmunerkrankungen sind, also Erkrankungen, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigene Zellen ins Feld zieht, sorgt eine Schwächung des Immunsystems für ein Abklingen der rheumatoiden Entzündungen.
Soweit, so gut. Aber natürlich werden durch das Medikament nicht nur speziell diese Zellen an der Vermehrung gehindert, sondern grundsätzlich alle. Und das Immunsystem darf auch nicht zu sehr geschwächt werden – also gibt man zeitversetzt zum Methotrexat wieder Folsäure dazu. Geschähe das nicht, wären Schleimhautentzündungen, Wundheilungsstörungen, Lungenentzündung,… unter anderem die (noch “harmloseren”) möglichen Folgen. Darüber sollte ein Patient vor Beginn der Therapie vom Arzt genau aufgeklärt werden.
“Warum muss ich das nehmen” war aber dann die Frage des Kunden – laut seiner Auskunft hat er bei Beginn der Therapie vom Arzt keine Aufklärung über das Warum der Folsäuretabletten erhalten… und wenn dann noch Folsäuretabletten und Methotrexat auf zwei verschiedenen Rezepten eingereicht werden, und das zu unterschiedlichen Zeitpunkten (und womöglich noch in zwei verschiedenen Apotheken)… dann kann das ganz schön schief gehen. Ist es aber (diesmal) glücklicherweise nicht – die Folsäuretabletten kamen noch rechtzeitig.
Die Farbenvielfalt der Rezepte in Deutschland ist doch relativ groß: Da gibt es die rosafarbenen Rezepte für gesetzlich Versicherte, gelbe für starke Schmerzmittel oder Betäubungsmittel, blaue für Privatversicherte (oder auch weiße oder individuell gestaltete… da gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Standard) – und eben seit einigen Jahren die grünen Rezepte. Und mit diesen gibt es seitens unserer Kunden immer wieder mal Unverständnis oder Unsicherheiten:
Da kommt es zum Beispiel häufig zu Fragen wie: ” Ich bin doch von der Zuzahlung befreit? Warum muss ich das zahlen?” bis hin zu “Warum muss ich hier alles zahlen? Das hat mir der Arzt doch verschrieben?”.
Stimmt. Der Arzt hat hier etwas verschrieben – oder besser gesagt: nachdrücklich empfohlen. Denn auf grünen Rezepten werden Arzneimittel verschrieben, die der Arzt für absolut richtig und der Heilung förderlich hält- die aber nicht unter die Verschreibungspflicht fallen. Und somit auch nicht von der Krankenkasse erstattet werden – sie dürfen damit auch nicht (bis auf wenige Ausnahmen) auf einem rosa Rezept stehen. Häufig sind es zum Beispiel eine schmerzstillende Salbe, die der Arzt zusätzlich zu den auf rosa Rezept notierten, verschreibungspflichtigen Schmerztabletten empfiehlt, um eine optimale Schmerzlinderung zu gewährleisten. Oder der pflanzliche Hustensaft, der tagsüber für Linderung sorgen soll und den für nachts auf rosa Rezept verschriebenen Hustenstiller mit Codein ergänzt. Oder die Elektrolytlösung, die der Arzt zum verschreibungspflichtigen Loperamid-Präparat (gegen Durchfall) richtigerweise für unterstützend notwendig hält. Meist also Präparate, die die Behandlung einer Krankheit abrunden und optimieren – oft auch Medikamente, die man vor den Gesundheitsreformen vor neun oder zehn Jahren durchaus noch auf rosa Rezepten fand.
Warum nun das grüne Rezept? Kann es noch mehr als nur “Empfehlungsschreiben des Arztes” sein? Die Antwort ist oft durchaus “Ja”. Denn beim Finanzamt können in der Einkommenssteuererklärung Kosten für Medikamente, die nicht unter die Verschreibungspflicht fallen, dennoch aber benötigt wurden, unter Umständen als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. In welcher Höhe diese Kosten anerkannt werden, ist von Fall zu Fall unterschiedlich – anerkannt wird das, was die zumutbare Belastung im konkreten Fall überschreitet. Um aber überhaupt Kosten geltend machen zu können, muss die medizinische Notwendigkeit der Präparate nachgewiesen werden, und das geht – wer hätt’s gedacht: mit dem grünen Rezept. Welches, von der Apotheke quittiert, zusammen mit einer Kassenquittung, mit eingereicht werden muss. Es kann sich also durchaus lohnen, die grünen Rezepte zu sammeln!
Seit diesem Jahr kann das Grüne Rezept unter Umständen auch bei der Krankenkasse eingereicht werden. Denn der Gesetzgeber hat die Erstattung sogenannter “OTC-Präparate” als freiwillige Leistung der Krankenkassen ermöglicht. Ausgenommen sind weiterhin “Lifestyle-Medikamente” wie Appetitzügler, Haarwuchsmittel oder Präparate gegen Erektionsstörungen. Ob und bis zu welcher Höhe die Krankenkasse die Kosten übernimmt, ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Die Techniker Krankenkasse beispielsweise deckelt die Erstattung bei 100 Euro/Jahr, bei der AOK Rheinland/Hamburg sammelt man mit grünen Rezepten Prämienpunkte, die gegen Sachprämien eingelöst werden können – es lohnt sich also, bei der eigenen Krankenkasse mal nachzufragen. In jedem Fall gilt: Zunächst wird das Medikament in der Apotheke voll privat bezahlt, danach das quittierte Rezept bei der Krankenkasse eingereicht.
Wir stellen einen neuen Apotheker bzw. eine neue Apothekerin ein!
Darum suchen wir nun DEN Kandidaten/ DIE Kandidatin, die zu unserer Apotheke passt. Und warum sollte man das nicht auch über unser Blog publik machen? Zumal wir uns hier auch etwas ausführlicher darstellen können als in den (heute natürlich ebenfalls geschalteten) Stellenanzeigen in der DAZ und PZ…
Wer unsere Website www.floesser-apotheke.de kennt, weiss schon einmal, wie unsere Apotheke von aussen aussieht. Wenn nicht: SO sieht sie aus:
Wie man am Bild erahnen kann, liegt unsere Apotheke günstig direkt im Ärztehaus Calmbach, in dem ein Facharzt für Allgemeinmedizin, ein Facharzt für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und medikamentöse Tumortherapie, ein Facharzt für Innere Medizin und Diabetologe, zwei Zahnärzte, eine Diakoniestation und zwei Krankengymnasten arbeiten. Links im Hintergrund ersichtlich ist der Supermarkt mit großem kostenlosen Parkplatz sowie links einige Häuser des Wohngebiets, inmittendessen wir liegen.
Wir sind eine moderne, freundliche öffentliche Apotheke, die es in sich hat! Natürlich gehören zu unserem Alltag das Beliefern von Rezepten und die zugehörige Beratung, auf die wir sehr hohen Stellenwert legen. Zusätzlich sind wir eine naturheilkundlich ausgerichtete Apotheke (natürlich-Apotheke im Torre-Verbund) – unsere Mitarbeiter haben alle eine ausführliche entsprechende Schulung, die wir selbstverständlich auch unserer neuen Apothekerin / unserem neuen Apotheker anbieten werden. Unser hochmotiviertes junges Team besteht aus derzeit drei Apothekern, vier PTAs und zwei PKAs. Unsere Arbeit wird erleichtert durch unseren Rowa (unser automatisches Warenlager), den man auf dem folgenden Bild explizit, auf dem Bild unserer Offizin (zumindest der Hälfte davon) im Hintergrund erkennen kann:
Wir stellen in unseren zwei Sterillaboratorien individuelle Zytostatikazubereitungen sowie Nahrungsergänzungsmittel und Schmerzpumpen her – auch hier besteht die Möglichkeit der Einarbeitung für unsere neue Apothekerin/unseren neuen Apotheker:
Desweiteren sind wir auch klinikversorgende Apotheke – eine Kinderklinik, eine Rehaklinik, eine Psychosomatische Klinik und das BfW Bad Wildbad gehören zu unseren Kunden. Neben den Arzneimittellieferungen bedeutet das auch, spezielle galenische Problematiken sowie Dosierungsprobleme (Kinder!) zu recherchieren und mit fachlichem Rat den Ärzten zur Seite zu stehen.
Jetzt kommen wir zum Eingemachten… was steht auf unserer Wunschliste für einen neuen Mitarbeiter/neue Mitarbeiterin?
Ein Einstellungstermin ab dem 1.2.2012 – oder auch später. Wir wünschen uns einen Apotheker / eine Apothekerin, der/die sich gut ins Team integriert und selbstverantwortlich arbeitet, dabei auch Eigeninitiative und Motivationsfähigkeit besitzt. Wir legen einen hohen Wert auf gründliche, verständliche Beratung unserer Kunden auch über das Rezept hinaus – neben dem fachlichen Wissen (das bei uns sicher noch ausgebaut werden kann, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen) ist uns damit auch die freundliche Kommunikation mit Kunden (und natürlich auch dem Team) sehr wichtig. Wir erwarten von ihm/ihr die Bereitschaft, sich in neue Bereiche einzuarbeiten und mit Computern nicht auf Kriegsfuß zu stehen. Die Stelle ist in erster Linie als Vollzeitstelle (40h/Woche) ausgelegt, Teilzeit evtl. auch möglich. Übrigens darf unser Kandidat auch gerne Berufsanfänger sein!
Wir nehmen Bewerbungen gerne per E-Mail (bewerbung@floesser-apotheke.de) oder auch schriftlich an
Flößerapotheke OHG
Dr. Rainer und Anita Stritt
Wildbader Straße 31
75323 Bad Wildbad
entgegen! Und wenn Du in Deinem Bekanntenkreis einen Apotheker / eine Apothekerin kennst, der/die gerade auf Stellensuche ist: Wir haben natürlich absolut nichts dagegen, wenn Du ihn/sie auf diesen Blogeintrag aufmerksam machst…
Ich muss schon sagen: Respekt!
Aber beginnen wir mal von vorne: Der Lösungsspruch lautete:
“In der Flößerapotheke werden Sie n a t u e r l i c h g u t b e r a t e n ”
Und nun ist durch unglückliche Umstände der Inhalt des Online-Adventskalenders ab dem 15. Dezember insoweit ausgefallen, als die Links zu den PDFs mit den Lösungsbuchstaben fehlten… ärgerlich.Denn online kam man so nur bis zu:
n t l i c h g t b e a t n
Das hat aber fast einhundert Bloglesern/Facebookfans/Twitter-Followern keine Ruhe gelassen. Ihr habt euch drangesetzt und nachgeschaut, was das heißen könnte – und voìla, unser Apotheken-Motto “Gesundheit. Gut beraten” hat die selbe Anzahl Buchstaben. Das hätte es also vielleicht auch sein können. Alle Einsender haben diesen Lösungsspruch geschickt, den wir, da das Rätsel durch die Panne unlösbar war, mit Respekt als richtig anerkennen. Es nahmen also alle Einsender an der Verlosung teil!
Die Gewinner kommen aus (alphabetisch sortiert):
Wir gratulieren allen Teilnehmern herzlich – die Gewinne werden in Kürze versandt!
…und hier sind noch keine Gewinner des Adventskalendergewinnspiels genannt?
Das liegt nicht etwa daran, das hier keiner mitgespielt hat – im Gegenteil: Wir waren regelrecht überwältigt von der Teilnehmerzahl! Allerdings stehen wir vor einem Problem, das wir noch überprüfen müssen: Das Gewinnspiel lief sowohl online, als auch “offline” vor Ort in unserer Apotheke, hier mit Teilnehmerkarten, die bei uns abgegeben wurden. Soweit kein Problem. Aber: Die Lösung, die vor Ort abgegeben wurde, war korrekt. ALLE online per Mail abgegebenen Lösungen waren falsch… Und das, obwohl die Inhalte der Adventskalendertürchen vor Ort und im Internet genau gleich waren…
Da prüfen wir nun nach, woran das gelegen haben konnte – und dann, wie wir weiterverfahren.
Update: Hm, mittlerweile wird das Bild klarer: Der Onlinekalender hat nicht richtig funktioniert… (seltsamerweise kamen keine Beschwerden, und da ich selber im Urlaub war, ist das nicht aufgefallen.)
Könnte man fast meinen, bei der enormen Beitragsaktivität in diesem Blog…
Ist aber nicht so. Allerdings gibt es zum neuen Jahr einfach jede Menge Dinge, die erledigt werden müssen und die leider die Zeit für informative oder kreative oder wie auch immer geartete interessante Blogeinträge missen lassen. Und um nicht einfach irgendetwas hier hineinzuschreiben, nur damit etwas geschrieben wird, sieht es derzeit leider nicht so rosig aus mit neuen Beiträgen. Aber die Ideen für neue Beiträge sind schon da! Es wird also weitergehen – versprochen!
…wünschen wir euch Gesundheit, Erfolg, Glück – und alles, was zu einem guten Jahr dazugehört!
Und auch ihr dürft euch was wünschen… was würdet ihr gerne in diesem Jahr in unserem Blog lesen? Welche Themen oder Fragen brennen euch unter den Nägeln? Wovon würdet ihr gerne mehr lesen? Ich freue mich auf eure Vorschläge!